Pflegeberatung: was Sie erwarten dürfen
Kostenlos, gesetzlich garantiert und trotzdem kaum genutzt. Was eine gute Beratung leistet, wie Sie sich vorbereiten und woran Sie schlechte erkennen.
Bevor Sie Anbieter vergleichen oder Anträge ausfüllen: Es gibt in Köln Stellen, die unabhängig beraten, nichts verkaufen und nichts kosten. Der Weg dorthin spart in der Regel mehr Zeit, als er kostet.
Pflegestützpunkte sind gemeinsame Einrichtungen der Pflegekassen und der Kommune. Sie beraten unabhängig davon, wer am Ende zahlt, und sind nicht an einen Anbieter gebunden. In Köln gibt es mehrere Standorte, verteilt über das Stadtgebiet.
Beratungsstellen in Ihrer Nähe finden Sie in unserem Verzeichnis – mit Adresse und Telefonnummer, sortierbar nach Postleitzahl und Stadtbezirk. Rufen Sie vorher an: Viele arbeiten mit Terminvergabe, und ein spontaner Besuch führt oft ins Leere.
Alternativ nennt Ihnen Ihre Pflegekasse den zuständigen Stützpunkt. Sie ist nach § 7a SGB XI verpflichtet, Ihnen innerhalb von zwei Wochen einen Beratungstermin anzubieten – und die Beratung ist für Sie kostenlos.
Wenn Sie mehrere Stellen gleichzeitig anfragen möchten, geht das über den Seniorenbetreuung NRW – dort lässt sich eine Anfrage an mehrere Anbieter auf einmal senden, statt nacheinander zu telefonieren. Das Portal gehört zum selben Betreiber wie diese Seite.
Die Stadt unterhält eine eigene Beratung für ältere Menschen und deren Angehörige, mit Außenstellen in den Stadtbezirken – unter anderem in Chorweiler, Ehrenfeld, der Innenstadt, Kalk, Lindenthal, Mülheim, Nippes, Porz und Rodenkirchen. Sie hilft nicht nur bei Pflegefragen, sondern auch bei allem, was drumherum hängt: Wohnungsfragen, finanzielle Hilfen, Betreuungsrecht, Angebote im Veedel.
Für viele Familien ist das der bessere erste Anlaufpunkt als die Pflegekasse, weil die Fragen am Anfang selten rein pflegerisch sind. Die Beratung ist kostenlos und kommt auf Wunsch auch nach Hause.
Ein eigenes Angebot, das oft übersehen wird: Die Wohnberatung schaut sich die Wohnung an und sagt konkret, was sich ändern lässt – Türschwellen, Bad, Haltegriffe, Beleuchtung. Sie kennt außerdem die Zuschüsse. Die Stellen in Köln stehen im Verzeichnis der Wohnberatungsstellen NRW.
Die Pflegekasse bezuschusst wohnumfeldverbessernde Maßnahmen nach § 40 Abs. 4 SGB XI ab Pflegegrad 1 mit bis zu 4.180 Euro. Leben mehrere Anspruchsberechtigte im Haushalt, kann sich der Betrag erhöhen. Wichtig: Antrag vor dem Umbau stellen – im Nachhinein wird nicht bezahlt.
Für größere Umbauten kommt zusätzlich die KfW-Förderung Altersgerecht Umbauen in Betracht – die lässt sich mit dem Kassenzuschuss kombinieren.
Nichts. Die Beratung nach § 7a SGB XI ist für Versicherte kostenlos, ebenso die Beratung in den Pflegestützpunkten und bei der Seniorenberatung der Stadt Köln. Wer Geld für eine Erstberatung verlangt, ist kein Pflegestützpunkt.
Jede pflegebedürftige Person und deren Angehörige – auch schon vor der Antragstellung. Sie müssen keinen Pflegegrad haben, um sich beraten zu lassen. Wer bereits Leistungen bezieht, hat sogar einen gesetzlichen Anspruch auf regelmäßige Beratungsbesuche.
Der Pflegestützpunkt ist eine gemeinsame Einrichtung von Pflegekassen und Kommune und berät unabhängig vom Kostenträger. Die Pflegeberatung Ihrer Pflegekasse kennt Ihren Fall genauer, ist aber an die eigene Kasse gebunden. Beides steht Ihnen zu, beides ist kostenlos.
Ja. Auf Wunsch findet die Beratung in der Wohnung statt – das ist oft sinnvoller, weil die Beraterin die Wohnsituation sieht und konkrete Vorschläge zur Anpassung machen kann. Vereinbaren Sie das bei der Terminabsprache ausdrücklich.
Den Pflegegradbescheid, falls vorhanden, eine Liste der Medikamente, Angaben zu Einkommen und Vermögen, wenn es um Hilfe zur Pflege gehen könnte, und vor allem: Ihre konkreten Fragen aufgeschrieben. Im Gespräch vergisst man sonst die Hälfte.
Wir führen 162 Einträge für das Stadtgebiet. Ob eine Stelle kostenlos berät, steht nicht überall dabei – fragen Sie beim ersten Anruf danach.
Beratungsstelle
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Gezielter geht es über das eigene Gebiet: Unter Suche nach Postleitzahl sehen Sie die Stellen im eigenen Veedel, unter Stadtbezirke mit Hinweisen zur Lage.
Eine Beratung, die ihren Namen verdient, endet nicht mit einem Stapel Broschüren. Sie sollte Ihnen am Ende drei Dinge geben: eine Einschätzung, welcher Pflegegrad realistisch ist, eine Liste der Leistungen, die Ihnen konkret zustehen, und einen nächsten Schritt mit Namen und Telefonnummer.
Wenn Sie mit weniger herauskommen, fragen Sie nach – oder holen Sie sich eine zweite Meinung bei einer anderen Stelle. Das ist ausdrücklich erlaubt und kostet wieder nichts.
Was eine gute Beratung leistet, wo mehrsprachig beraten wird und welche Papiere vorher geregelt sein sollten.
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